Kolumne

Bitte einsteigen: Blockchain hält zukunftsweisende, globale Lösungen bereit 

Eine Kolumne von Axel Daffner, Geschäftsführer Pegasos Capital und Fondsberater des ART Transformer Equities

Die Blockchain ist in aller Munde, die Technologie ist global und zukunftsweisend – und dies nicht erst seit heute, sondern bereits seit mehreren Jahren. Und egal ob private oder institutionelle Anleger: Immer mehr beschäftigen sich mit möglichen Investments, um von den vorhandenen Chancen zu profitieren. Zu Recht! 

Doch was bedeutet der Begriff eigentlich? Einfach ausgedrückt, handelt es sich bei einer Blockchain um ein Netzwerk, in dem sich Transaktionen und unterschiedlichste Assets eintragen lassen, sowohl materielle Dinge wie Häuser, Autos oder Geld als auch geistiges Eigentum, beispielsweise Urheberrechte. In einer Art Hauptbuch (Ledger) sind sämtliche Informationen und Abläufe transparent und unveränderlich aufgezeichnet. Einsicht haben nur die Teilnehmer der jeweiligen Blockchain. Zugespitzt: Die Blockchain ist digitales Vertrauen. 

Dass diese Aussage mehr als gerechtfertigt ist, hat die Technologie erst kürzlich bewiesen: Ein Hacker hatte zunächst erfolgreich 600 Millionen USD aus einem Decentralised-Finance-Netzwerk gestohlen. Der Dieb musste anschließend allerdings feststellen, dass er mit dem gestohlenen Kryptogeld nichts anfangen konnte. Der Grund: Sämtliche von ihm getätigten Transaktionen wären nachvollziehbar gewesen. Nach kurzer Zeit gab der Hacker die Beute wieder an die rechtmäßigen Eigentümer zurück, da sie für ihn nicht 600 Millionen, sondern genau null Dollar wert war. 

Ein Teil der internationalen Wertschöpfungskette

Wenngleich die Blockchaintechnologie noch am Anfang ihres technologischen Werdegangs steht und von großen Teilen der Weltbevölkerung noch nicht adaptiert wurde, hält sie bereits zukunftsweisende und globale Lösungen bereit. Sie ist die Technologie, die die Existenz von Kryptowährungen wie Bitcoin überhaupt erst ermöglicht, und sie wird zukünftig in ihren Anwendungsbereichen weit über Kryptowährungen hinausgehen. Blockchains werden laut Gartner bis 2030 einen geschäftlichen Mehrwert von über 3,1 Billionen USD generieren. 

Unternehmen können immer weniger lokal arbeiten, sondern sind mehr und mehr Teil der internationalen Wertschöpfungsketten. Die Covidpandemie hat uns stärker in die digitale Welt bewegt als jede politische Initiative – und damit das Geschäftsleben nachhaltig verändert. Die Blockchaintechnologie ermöglicht allen Beteiligten, jeder Transaktion im digitalen Raum mathematisch eindeutig zu vertrauen. Unternehmen, die sich der Blockchaintechnologie widmen und diese anwenden, erzielen durch Kosteneinsparungen und Umsatzsteigerungen einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Wie die Blockchain in Teilen schon in der Gesellschaft angekommen ist und unser Leben verändern kann, zeigt mobiles Bezahlen. Es hat mit Beginn der Pandemie die deutsche Vorliebe für Bargeld mehr und mehr abgelöst und ist inzwischen bequemer Standard. Kleine Händler tun sich aber teilweise noch schwer mit den digitalen Zahlungen. Sie tragen einerseits das Risiko von Chargebacks bei Kreditkarten. Andererseits müssen die Geschäfte die Kaskade an Gebühren hinnehmen, die Services wie Apple Pay, Visa, andere Zahlungsdienstleister oder Banken für den bargeldlosen Geldtransfer aufrufen. Als Kunde wiederum spürt man bei dem derzeitigen Allzeithoch an Kreditkartenbetrug immer noch etwas Unwohlsein beim Zahlen an unbekannten Terminals. Aber wie schon erwähnt: Blockchain steht auch für Sicherheit, und in Anbetracht der immer besseren Skalierbarkeit werden blockchainbasierte Zahlungssysteme die neue Norm zum Wohle von Käufer und Verkäufer werden.

Auch außerhalb des Finanzbereichs gibt es bereits erfolgreiche Anwendungen, die zudem ein größeres Wertschöpfungspotenzial haben. Dies betrifft unter anderem die Logistik. Wer derzeit per Blockchain agile und stabile Lieferketten darstellen und dadurch die Lieferkettentransparenz deutlich steigern kann, wird sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Mitbewerbern erarbeiten.

Grundsätzlich sind potenzielle Investments insbesondere in den Branchen Automobil, Energie, Finanzen, Versicherungen, Lifesciences, Logistik, Technologie und Reisen zu finden. Die Möglichkeiten der Blockchains sind also nahezu grenzenlos. Doch für jeden interessierten Kapitalanleger gibt es – wie bei anderen Anlageklassen auch – ein paar Dinge zu berücksichtigen. 

Richtig investieren: in Schaufeln statt Kryptowährungen

Wer das Thema Blockchain auf der Agenda hat, sollte grundsätzlich bereits jetzt einsteigen. Und getreu dem Grundsatz von André Kostolany – „Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln!“ – kommt es auf die richtige Auswahl an, um die Investmentchancen bestmöglich zu nutzen. Investierbare Unternehmen sollten die Technologie in Vorbereitung haben, an Anwendungsfällen arbeiten und Blockchains in ihre Wertschöpfungskette integriert haben. Viele aufstrebende Unternehmen sind zwar wenig bekannt, aber börsennotiert. Wer sich wirklich auf das Thema Blockchain fokussieren will, sollte Kryptowährungen bei seinem Investment in einen Fonds ausschließen. Denn: Direkt in Kryptowährungen zu investieren, wäre ja, als würde man einen Internetfonds auflegen, der nur in E-Mail-Providern investiert. Blockchains können so viel mehr! Neben Anwendern der Technologie sind auch Unternehmen spannend, die transformative Blockchainanwendungen erschaffen. Unternehmen, die sich überhaupt mit einer revolutionären Technologie wie Blockchain beschäftigen, beweisen schon, dass sie über geeignetes Personal, Innovationsprozesse und Know-how verfügen, was allein schon ein Qualitätsmerkmal und einen Wettbewerbsvorteil darstellt. 

Allerdings sind gerade im Bereich Blockchain gezielte Einzelinvestments immer mit erhöhten Risiken verbunden. Daher sollten sowohl professionelle Investoren als auch Privatanleger auf eine Anlagestrategie von Experten zurückgreifen, die breit diversifiziert ist.


Über den Autor:

Axel Daffner, Geschäftsführer Pegasos Capital und Fondsberater des ART Transformer Equities


Dies ist ein Artikel aus unserem FINANCIAL PLANNING Magazin. Hier geht es zu der aktuellen Ausgabe: